Wer darf kein Nabelschnurblut spenden?


Für Nabelschnurblutspende gelten allgemein die gleichen Ausschlusskriterien wie bei der Spende von Vollblut, Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen. Die Kriterien sind in zwei Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) formuliert:
  • Richtlinien zur Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut (Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 19, 14. Mai 1999)
  • Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) gemäß §§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes (TFG) Novelle 2005
Die folgenden Hinweise sollen Ihnen zur Orientierung dienen, ob Ausschlusskriterien für die Spende vorliegen. Eine endgültige Spendetauglichkeit wir anhand eines Fragebogens der von Ihnen gewählten öffentlichen Nabelschnurblutbank festgestellt.

Grundsätzlich können alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren spenden. Sie müssen sich in guter körperlicher Verfassung befinden, mindestens 50 kg schwer und gesund sind.  Die Ausschlusskriterien werden zum Schutz des Spenders, aber auch zum Wohle des Patienten gemacht.

Treffen auf Sie als Schwangere folgende Eigenschaften zu, können Sie kein Nabelschnurblut spenden:
  • Sie sind jünger als 18 oder älter als 55 Jahre.

  • Sie wiegen weniger als 50 kg.

  • Sie haben bestimmte Erkrankungen...
    • des Herz-Kreislauf-Systems
      • wie z. B. koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen, schlecht eingestellter Bluthochdruck
    • der Atemwege
      • wie z. B. schweres chronisches Asthma (regelmäßige medikamentöse Therapie), chronische Bronchitis, Lungenfibrose, Lungenembolie
    • des Blutes, Blutgerinnungssystems oder der Blutgefäße
      • wie z. B. autoimmunbedingte Anämien, Hämophilie A (Bluterkrankheit), tiefe Venenthrombose
    • der Psyche und des zentralen Nervensystems
      • wie z. B. behandlungsbedürftige Depressionen, Psychosen, Schizophrenie, Epilepsien, Multiple Sklerose
    • des Autoimmunsystems
      • wie z. B. rheumatoide Arthritis (Rheuma), Kollagenosen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
    • der endokrinen Drüsen
      • wie z. B. Diabetes mellitus, Morbus Basedow
    • die als bösartig gelten
      • wie z. B. frühere Krebserkrankungen
    • die infektiös sind
      • wie z. B. Hepatitis B oder C (auch wenn ausgeheilt), chronische Borreliose, HIV-Infektion

  • Sie hatten eine Fremd-Organtransplantation bzw. Fremd-Gewebetransplantation
    • wie z. B. Niere, Herz, Haut, Hornhaut, Hirnhaut, Achillessehne

  • Sie leiden an einer Suchterkrankung
    • wie z. B. Alkohol-, Medikamenten- oder sonstige Drogensucht

  • Sie gehören nach den Richtlinien der Bundesärztekammer einer so genannten Risikogruppe an