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Nabelschnur


Die Nabelschnur verbindet den Embryo beziehungsweise Fetus im Mutterleib über die Plazenta (Mutterkuchen) mit dem Blutkreislauf der Schwangeren. Sie stellt damit die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff sowie die Entsorgung von Stoffwechselabbauprodukten wie Kohlendioxid sicher.

Aufbau und Funktion

Das Baby benötigt für seinen Stoffwechsel Sauerstoff. Dieser gelangt von den Lungen der Mutter über den Blutstrom zur Gebärmutter. Dort wird er von die Plazenta (Mutterkuchen) über die Nabelschnur an das Kind weitergegeben.

Die Abbauprodukte des Stoffwechsels des Kindes werden auf dem umgekehrtem Weg über die Nabelschnur in den Stoffwechsel der Mutter transportiert.

Die Nabelschnur ist bei einem Reifgeborenen (im Unterschied zu Frühgeborenen) etwa 50 bis 60 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 1,5 bis zwei Zentimeter. Sie ist meist spiralig gewunden und vom Amnion (dünne, gefäßlose innerste Eihaut, Teil der Fruchtblase) umgeben.

Die Nabelschnur enthält am Anfang vier Blutgefäße. Die rechte Nabelschnurvene bildet sich allerdings zwischen dem 28. und 32. Tag der Embryonalentwicklung zurück. Danach verfügt die Nabelschnur in der Regel über drei Gefäße:
  • zwei Nabelarterien (leiten kohlendioxidreiches und nährstoffarmes Blut vom Kind zur Plazenta)
  • eine Nabelvene (leitet sauerstoffreiches und nährstoffreiches Blut von der Plazenta zum Kind)
Typisch für die Nabelschnur ist das gallertige Bindegewebe. Dieses ist einerseits für die notwendige Flexibilität verantwortlich und schützt gleichzeitig vor einem Abknicken bei Biegebelastungen. Es besteht aus feinen Kollagenen, wenigen Fibroblasten und großen Mengen an wasserbindenden Hyaluronen. 

Abnabelung nach der Geburt

Sobald das Blut in der Nabelschnur aufgehört hat zu pulsieren (meist fünf bis zehn Minuten nach der Geburt), wird die Nabelschnur üblicherweise nach der Geburt zweifach abgebunden und durchtrennt. Die nach Abfallen des Nabelschnurrests (nach etwa drei bis zehn Tagen) entstehende Narbe in der Mitte des Bauchs ist der Nabel. Die Nabelschnur ist schmerzunempfindlich. Daher ist die Abnahme von Nabelschnurblut für den Säugling schmerzfrei. Aus dem Nabelschnurblut können Stammzellen gewonnen werden.